Fiorano Modenese - Das Naturschutzgebiet der Schlammvulkane von Nirano

Der bereits zu Römerzeiten bestehende Ort Nirana liegt im Südwesten der Gemeinde Fiorano Modenese, etwa 20 km von Modena entfernt, zwischen Sassuolo und Maranello. Seine heutige Bekanntheit ist dem Vorkommen von Schlammvulkanen zu verdanken. Die italienische Bezeichnung salse ist aus dem Lateinischen salsus abgeleitet und bedeutet salzig. Damit sind kalte, mehr oder weniger schlammhaltige Salzwasserquellen gemeint. Die hier entstehenden Gasblasen enthalten eine Mischung aus gasförmigen Kohlenwasserstoffen, vor allem Methan, und kleinen Mengen flüssiger Kohlenwasserstoffe, die im Schlamm zur Bildung irisierender Flecken, Schleier und Ränder führen können.

Je nach Schlammdichte haben die Blasen verschiedene Größe und Form und je nach Schlammdichte können auch die Schlammdiapire variieren, aus denen die Blasen austreten. Es können bis zu mehrere Meter hohe Kegel sein oder Quellen, deren Breite von wenigen Zentimetern bis zu mehreren Metern reicht. Aufgrund der Form der Kegel, aus denen Schlamm und Methan austritt, wurden die Schlammvulkane lange für wirkliche Vulkane gehalten.

Das Schlammvulkanfeld von Nirano ist mit fast 10 Hektar das größte in der Region Emilia-Romagna. Das austretende Wasser ist sehr salzig, so wie Meerwasser, um das es sich tatsächlich handelt: Als die Adria vor mehr als 1 Million Jahren noch die derzeitige Tiefebene bedeckte, wurde Meerwasser in der Tiefe eingeschlossen. Im Naturschutzgebiet zeugen zahlreiche in der Erde oder in Stein eingeschlossene Muschel- und Fischfossilien hiervon, ebenso wie das Wasser, das aus den Schlammvulkanen austritt.

Das in der Tiefe befindliche Brackwasser imprägniert das Gestein und steigt aufgrund des unterirdischen Drucks entlang der im Felsgestein entstandenen natürlichen Risse an die Oberfläche. Wegen der großen Menge an gelöstem Salz bilden sich vor allem im Sommer an der Oberfläche große weißliche Ausblühungen und Ablagerungen, wenn das Wasser verdunstet und der Schlamm trocknet. Das Gebiet der Schlammvulkane stellt eine große Herausforderung für die Pflanzenwelt dar.

Hier sind Mikroumwelten entstanden, die Küsten- und Brackwassergebieten sehr ähnlich sind. Pflanzengemeinschaften sind entstanden, die ausgesprochen interessant und in einigen Fällen einzigartig sind. Die Pflanzen haben sich konzentrisch um die Austrittsstellen des Schlamms angeordnet, abhängig von der im Boden enthaltenen Salzmenge. Die Fauna im Naturschutzgebiet unterscheidet sich nicht von den angrenzenden Gebieten. Nicht selten trifft man auf Rehe und Stachelschweine. Unter den hier zu findenden Arten von gemeinschaftlichem Interesse sind zahlreiche Vogel- und Raubvogelarten. In den Seen und Sümpfen leben Kammmolche sowie verschiedene Arten von Wirbellosen und Amphibien.

ComuneFiorano Modenese - 41042 (MO)

vai alla mappa

In caricamento...