Spilamberto - Allgemeine beschreibung

Spilamberto ist die Heimat des Aceto Balsamico Tradizionale, des Balsamessigs. Der Name stammt der Legende nach vom Ausdruck Spina Lamberti, was darauf zurückgeführt wird, dass hier eine hochrangige Persönlichkeit namens Lamberto -  vielleicht ein Kaiser - durch einen vergifteten Dorn den Tod gefunden haben soll.  Menschliche Siedlungen gibt es hier seit der Altsteinzeit. Die Siedlungen und Gräber aus der Kupfer- und Bronzezeit halten Experten für die wichtigsten Ausgrabungsstätten in Norditalien.

Zahlreiche Fundstücke aus römischen Landhäusern sind im Archäologischen Museum ausgestellt. Bei jüngsten Ausgrabungen wurde eine langobardische Nekropole entdeckt, die auf den ersten Einfall aus Pannonien kommender Langobarden im 7. Jh. zurückgeht.  Die Entdeckung erwies sich aufgrund der reichen Grabbeigaben als sehr bedeutend. Wertvolle Schmuckstücke, fein gearbeitete Gebrauchsgegenstände, Reste von Goldstoffen und verschiedene Gerätschaften befanden sich in dem Grab.

Im 8. Jh. hatte die mächtige Abtei von Nonantola die Gerichtsbarkeit über das Gebiet von Spilamberto. 1210 wurde Spilamberto auf Veranlassung der Kommune Modena mit einer  militärischen Verteidigungsanlage befestigt, die in einer späteren Epoche zu einer eleganten Burg umgebaut wurde und jahrhundertelang Wohnsitz der Adelsfamilie Rangoni war. Der Ort wird von einer Abzweigung des alten Pilgerwegs (die Via Romea Nonantolana) durchquert. Aus diesem Grund erreichten täglich fremde Pilger den Ort und brachten ihre Erfahrungen und ihre Kultur mit. Das alte, San Bartolomeo gewidmete Hospital der Benediktiner unmittelbar außerhalb der Mauern, die Kirche und das Hospital Santa Maria degli Angioli intra moenia nahmen die Pilger auf und boten ihnen Unterkunft und Pflege.

In der schönen Villa Fabriani ist das Museum des Aceto Balsamico Tradizionale di Modena untergebracht, das die Geschichte des schwarzen Goldes zeigt und die Möglichkeit zu Kostproben bietet. Unter den Bogengängen des Ortes sind typische Produkte der lokalen landwirtschaftlichen und handwerklichen Tradition zu finden, die mit der Moderne Schritt gehalten, dabei vor allem aber die Qualität des Produktes bewahrt hat. Tortellini, Zampone und Cotechino, guter Schinken, Parmigiano-Reggiano, ein spritziger Lambrusco, Aceto Balsamico Tradizionale, duftende Amaretti, die nach alten, von der Mutter auf die Tochter weitergegebenen Rezepten gebacken werden, süße rote Kirschen und zu guter Letzt ein hervorragender Nocino-Likör erwarten den Besucher.

Es heißt, dass man am 24. Juni, in der heißen Nacht des Schutzpatrons, der Johannisnacht, das Gespenst von Messer Filippo oben aus seinem Gefängnis im Turm klagen hören kann, um das Dorf an seine traurige Geschichte zu erinnern. Der junge Adelige war in der engen Zelle seines Gefängnisses gestorben, nicht ohne zuvor – wie es heißt – seine Leiden mit seinem eigenen Blut an den Wänden zu verewigen. Die in den vierziger Jahren des 20. Jh. entdeckte Zelle wurde vor kurzem eingehend untersucht, wobei das Geheimnis um die vorgefundenen Zeichnungen und Reime gelöst werden konnte.

ComuneSpilamberto - 41057 (MO)

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