Spilamberto - Die Burg Rangoni

Die Burg Rangoni wurde auf einer älteren Befestigungsanlage mit einem großen Turm erbaut, die im 13. Jh. von der Kommune Modena zur Verteidigung gegen die Bolognesen errichtet worden war.
Wahrscheinlich erhielt das Gebäude die Form als Festung mit regelmäßigem Grundriss und mit Türmen, Zinnen und Pechnasen zwischen 1353 und 1454, als es der Adelsfamilie Rangoni geschenkt wurde, die zu Lehnsherren ernannt worden waren.

Die ursprünglich zum Fluss gerichtete Burg, wo auch der Haupteingang lag, besitzt noch Reste der alten Zugbrücke und Außenmauern. Die viereckige Anlage umfasst einen großen Hof, der einst zum großen Teil mit Bogengängen und Säulen mit schönen Sandstein- und Terrakotta-Kapitellen ausgestattet war. In den für die damalige Militärtechnik wichtigen imposanten Türmen – einer ist zum Ort und der andere zum Fluss Panaro gerichtet – sind heute noch Überreste der Zugbrücken zu finden.

Das Äußere der Burg, mit ihren vorstehenden Ecktürmen, entspricht den typischen Burgformen aus dem Gebiet zwischen Reggio Emilia und Modena. In späteren Jahrhunderten wurden sie in elegante Wohnsitze des Adels umgebaut. Die zum Ort hin gerichtete Burgfassade ist ein klassisches Beispiel hierfür: Die leicht erkennbaren Veränderungen aus dem späten 18. Jh. sollten der Burg das Aussehen eines Stadtpalais geben, beispielsweise durch die Dekoration mit vorgetäuschten Fenstern und einem kleinen Balkon in der Mitte des Turms, wie es damals modern war.

Der große Park an der Ostseite wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jh. angelegt, als die Burg teilweise umgebaut wurde, um als Wohngebäude für die Markgrafenfamilie Rangoni zu dienen. Über eine lange Baumallee ist der Park mit dem großen Landgut der Familie verbunden, das am Ufer des Flusses Panaro liegt. Hier wurde zu Beginn des 20 Jh. die imposante Villa mit dem hohen Turm errichtet, mit deren Bau die Familie Rangoni den Architekten Cerani beauftragt hatte.

In dieser Epoche wurden zahlreiche Umbau- und Verschönerungsarbeiten an dem großen Landgut durchgeführt, wie gerade an der Innenausstattung und den wasserbaulichen Einrichtungen zu erkennen ist.  In der jüngsten Vergangenheit wurden weitere Maßnahmen zur Neugestaltung und Aufforstung des Gutes durchgeführt. Der 10. Mai 1514 ist ein rares Beispiel für eine absolute Datierung – eine an die Wand einer kleinen Wendeltreppe neben dem Nordostturm eingemeißelte Inschrift, die die Präsenz des Markgrafen Guido Rangoni in der Burg belegt. Guido Rangoni war ein berühmter Heerführer und eines der bekanntesten Mitglieder der alten Adelsfamilie.

Zwischen 1650 und 1660 wurde die Burg durch die Familie Rangoni von einer Festung in ein herrschaftliches Palais umgebaut. In dieser Epoche erlebte das Gebäude seine höchste Prachtentfaltung und wurde aufgrund der prunkvollen Einrichtung mit goldenen Möbeln und in Spilamberto angefertigten Seidenstoffen als vago palazzo, als anmutiger Palast bezeichnet. Reste der Wandmalereien aus dem 17. Jh. sind heute noch an den Außenwänden der Burg sichtbar.

ComuneSpilamberto - 41057 (MO)

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